Ausverkauf der Deutschen Bank ?

Übernehmen arabische und chinesische Investoren Deutsche Bank?

Bei der Deutschen Bank melden arabische Investoren aus Katar und Abu Dhabi sowie ein chinesischer Investor Interesse an, eine bevorstehende Kapitalerhöhung zu zeichnen. Das Emirat Katar ist über zwei Investoren inklusive Optionen ohnehin schon mit etwa 10% am deutschen Branchenprimus beteiligt. Die neu angemeldeten Investoren wären bereit, insgesamt einen Anteil von 25% am Kapital zu übernehmen. Bei einer Börsenkapitalisierung von rund 18 Milliarden Euro und einem Kurs-Buch-Verhältnis von nur etwa 0,25 ist dies auch nicht sonderlich anspruchsvoll für Staatsfonds, deren Kassen prall gefüllt sind. Dennoch wäre es der Ausverkauf des größten Bankenkonzerns in Deutschland ! Ob dies durch Interessensbekundungen einiger DAX-Vorstände verhindert werden kann, bleibt abzuwarten und zu wünschen.

Kapitalerhöhung kaum zu verhindern

Eine Kapitalerhöhung ist für die Deutsche Bank vermutlich kaum zu verhindern. Nur wenn die Amerikaner die Bußgelder für Hypothekenbankgeschäfte deutlich unter 5 Milliarden US-Dollar schrauben, könnte es bis 2019 reichen. Danach steigen ohnehin die Kapitalanforderungen für global systemrelevante Banken (G-SIB) rapide an: Das Leverage Ratio wird sich auf 6% verdoppeln, die Kapitalquote auf 16% ansteigen. Bis dahin könnte sich aber auch am Aktienkurs wieder Erholung abzeichnen.

Voraussetzungen zur erfolgreichen Restrukturierung der Deutsche Bank

  • Rechtsstreitigkeiten v.a. in USA werden schnell und günstig beendet
  • Operatives Geschäft kann restrukturiert, digitalisiert und wieder erfolgreich gestaltet werden
  • Bilanzsumme kann reduziert werden, u.a. durch Entflechtung des Konzerns (Thema Postbank)
  • Komplexität im Konzern wird reduziert

 

Es bleiben jede Menge Imponderabilien. John Cryan ist als CEO mit viel Vertrauensvorsprung seitens der Investoren und Mitarbeiter gestartet. Inzwischen werden Stimmen laut, die Zweifel an seiner Führungskraft sehen. Vermutlich sind die Herausforderungen, die übrigens nahezu alle aus der Zeit von Josef Ackermann und Anshu Jain stammen, deutlich komplexer und vielfältiger als das von Außen abzusehen ist. Dennoch, es bleibt die Frage, ob konsequent genug gehandelt wird. Da erscheinen die kürzlich eingeleiteten Schritte der Commerzbank deutlich klarer. Aber auch die Nummer 2 der Branche benötigte lange, bevor sie sich zu deutlichen Einschneidungen entschließen konnte.

In unseren bankfachlichen Seminaren gehen wir auch auf diese strategischen Fragestellungen von Kreditinstituten ein. Lesen Sie auch gerne den aktuellen Beitrag im Management Circle „Banken stehen vor nicht weniger als einer Zäsur“.

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Foto: © denisismagilov – fotolia.com

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